Schenksphäre
Die unglaubliche Bobby-Wayne-Story #02


Ein vielversprechender Beginn mit Uwe Boll

Bevor ich die Geschichte erzähle, muss ich eine Sache voranstellen, sonst hältst du mich für einen Idioten. Im Ernst, nachdem du die Geschichte gehört hast, wirst du sagen: „Du bist doch selbst dran Schuld Daniel, wie kann man nur so leichtgläubig sein! Du Idiot.“

Man kann durch das Leben gehen und den Dingen prinzipiell misstrauen; man kann in ihnen das Schlechte sehen und sie im Vornherein ablehnen. Das schützt einen sicher vor dem einen oder anderen Tiefschlag, aber es verbaut einem auch viele Möglichkeiten. Diese „Once-In-A-Lifetime-Chance“ – du weißt was ich meine? – die zum Beispiel, die wird erheblich schwerer wahrzunehmen ohne ein wenig Mut vor dem Unbekannten. Gleiches gilt auch für das Filmemachen.

Daher räume ich den Dingen grundsätzlich einen Vertrauenskredit ein. Ich sage mir: Solange nicht das Gegenteil bewiesen ist, lohnt es sich Gehör zu schenken. Irgendwann will dieser Kredit dann zurückgezahlt werden. Manchmal bin ich ungeduldig, manchmal gebe ich der Sache länger Zeit.

Bobby Wayne war nun jemand, der seinen Kredit mit mehreren Hypotheken überzogen hat.

ABER:

Ich habe bis heute keinen Beweis, dass die Dinge nicht wirklich so sind, wie sie den Anschein vermitteln wollen. Das heißt ALLES, was ich hier schreibe, kann ebenso gut den Tatsachen entsprechen. Das im Hinterkopf und es fällt leichter, meine Zurückhaltung zu begreifen. Außerdem klangen die Sachen viel zu gut, um nicht wahr sein zu dürfen (verdau den Satz mal!)
Was hat es mit Bobby Wayne also auf sich? Eines Tages schrieb eine fremde Person in mein Facebook Profil. Sie lobte meine Filme und lud mich ein, nach Kroatien an ein Filmset zu kommen, falls ich „Zeit und Lust hätte“. Dort würde nämlich der neue Uwe Boll Film gedreht werden. Diese Person war natürlich Bobby Wayne. Ich wurde neugierig und es entwickelte sich eine Facebook Korrespondenz. Der erste Besuch seines Facebook Profils führte mich zur Annahme, Bobby Wayne arbeite direkt für die Boll AG (Uwe Bolls private Filmindustrie), denn er hatte deren Website angegeben. Nein, nein, erklärte er mir in der Korrespondenz, er sei nur ein guter Bekannter von Boll und helfe ihm seit einiger Zeit, illegale Kopien seiner Filme im Internet aufzustöbern. Ok.

In diesen ersten Mails machte er einen hervorragenden Eindruck; er war sehr bemüht, schnell zu antworten und mit kleinen Nettigkeiten aufzuwarten. Eine davon waren die Berlinale Tickets, auf die ich später noch zu sprechen komme. Aber unser Hauptthema war Kroatien und der Besuch am Boll Set. Bobby Wayne hatte mich also eingeladen, und er versäumte auch nicht, mir mehrmals den unmittelbaren Kontakt mit Boll zu bestätigen.
Also, hab gerade Uwe am Telefon. Das mit dem vorbeikommen ist absolut kein Problem. Er wird sich auch mal die eine oder andere Minute Zeit zum reden nehmen.

Mensch, war ich aufgeregt! Ich will hier jetzt kein Fass über Uwe Boll aufmachen. An ihm scheiden sich die Geister. Fakt ist, dass ich mir als junger Filmemacher auf keinen Fall die Chance entgehen lassen wollte, einen der erfolgreichsten Fimproduzenten Deutschlands zu treffen. Und scheinbar wollte er auch mich kennenlernen! Cool.Also verabredete ich mit Bobby Wayne und Uwe Boll in Kroatien, sozusagen. Am Set des neuen Films. Cool.

Und es wird noch besser:

Da die Kosten für so einen Trip ins Ausland stramm waren, erklärte sich Bobby Wayne bereit, meine Hotelrechnung zu tragen. Wer macht das schon? Cooool. Ich schlussfolgerte, dass er wirklich sehr interessiert an meiner Person war. Außerdem ließ er durchschimmern, nicht so arm zu sein, als dass er sich so eine Einladung nicht leisten könne!

Aber setzen wir noch einen drauf. Ich holte noch einen guten Freund ins Boot, einen Kameramann, und auch für den wurden die Hotelkosten getragen! Klang nach einem vielversprechenden Wochenende.Hier könnte die Bobby Wayne Story schon enden. Wir hätten uns zurück in unsere Ecken begeben und den nächsten Kontakt auf Kroatien, einen Monat später, verschieben können. Persönlich ist eh immer besser.Denkste.Hier beginnt die Unglaubliche Bobby Wayne Story erst. Wenn du Bobby Wayne näher kennenlernen möchtest und wissen willst, wie ich binnen acht Wochen beinahe zwei Berlinale Tickets, eine TESLA Grafikkarte, eine RED Scarlet Kamera vor ihrem Marktrelease und ein zinsloses 10.000-Euro-Darlehen bekommen hätte und außerdem Regisseur eines 1-Million-Euro-Imagefilms geworden wäre, dann freu dich auf die nächsten Teile der Unglaublichen Bobby Wayne Story.